Brutto 800 Euro bei 160 Stunden x 5 € die Stunde ein fairer Lohn ?
Ein Fall den das Leben schreibt. Ein junger Mann wirklich bereit zu arbeiten, musste aufgrund einer Berufserkrankung seinen Beruf als Bäcker schon vor Jahren aufgeben. Durch die Instanzen für eine Umschulungsmaßnahme gekämpft und letztendlich auch gewonnen. Vor zwei Jahren dachte ich deshalb der Fall ist abgeschlossen und der Mandant wird mit seiner Ausbildung im Bereich des Lagerwesens seinen weiteren beruflichen Werdegang bestreiten können.
Nun das hat er auch bis er heute mit seiner Kündigung kam. Er wurde fristlos gekündigt wegen unentschuldigtem Fehlen und das gleich mehrfach, allerdings abgemahnt wurde er nicht. Also gleich dieKündigungsschutzklage fertig gemacht und auf das Fax gelegt.
Aber das wird wohl noch nicht alles sein. Beim Studium der Arbeitsverträge ist mir aufgefallen, dass der Mandant jährlich befristete Verträge erhalten hat. Mit Ende der Probezeit hat man einfach mal den Lohn auf 5 € die Stunde reduziert. Der Arbeitsertrag wurde nicht geändert erst mit der erneuten Befristung tauchen die 5 € nun auch im Arbeitsvertrag auf. Nun sollte man wissen es wird bei diesem Unternehmen Schicht gearbeitet und Zuschläge sucht man im Vertrag vergeblich.
Die Prüfung und rechtliche Bewertung habe ich mir für meinen kommenden Arbeitstag aufgehoben. Auch wenn ich eigentlich gegen einen Mindestlohn bin, halte ich Ihn in bestimmten Bereichen wirklich für sinnvoll. Wer im Monat 160 Stunden arbeitet sollte mehr als 800 € Brutto erhalten.
In diesem Sektor sollte die Politik tatsächlich eine Untergrenze einziehen. Das hat nun auch nichts mehr mit Wettbewerb zu tun, sondern mit einem grundsätzlichen Verständnis für die Wertschätzung der erbrachten Arbeit.
Mit diesen Anmerkungen beende ich den heutigen Arbeitstag.
▌KWK ▌Rechtsanwälte, RA H. Kiefer ▌
Kanzlei für Neue Medien, Weinrecht, Arbeit und Steuern
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